Eine Studentenverbindung stellt sich vor

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Über uns

Die Audacia Napocensis wurde am 15.03.2003 von acht Rumänen und zwei Österreichern in Klausenburg gegründet. Wir verstehen uns als eine Gemeinschaft, deren Mitglieder einander freundschaftlich verbunden sind und deren Denken und Handeln dem Sinn unserer vier Prinzipien entspricht. Diese Prinzipien sind: religio (für den christlichen Glauben), amicitia (für die Lebensfreundschaft), scientia (für die Wissenschaft und das Streben nach lebenslangem Lernen), patria (für die Liebe zur Heimat Rumänien im engeren Sinn und zu Europa im weiteren Sinn). Basierend auf christlichem Verständnis sind wir überzeugt von Werten wie Friede, Solidarität, humanistisches Bildungsideal und dem kostbaren Gut der Lebensfreundschaft.

Die Struktur der Verbindung

Für jedes Mitglied einer Verbindung gilt es, Verantwortung zu übernehmen. Am Beginn jeden Semesters wählt der Convent (Mitgliederversammlung) aus seiner Mitte Amtsträger (Chargen), die die Verbindung das kommende Semester führen. Der Senior ist der Obmann der Verbindung und somit auch ihr Repräsentant nach außen. Weiters gibt es einen Fuchsmajor (betreut die Füchse, den Nachwuchs der Verbindung), einen Consenior (Stellvertreter des Seniors, verantwortlich für die Organisation der Veranstaltungen), einen Schriftführer und einen Kassier.

Als neues Verbindungsmitglied wird man zunächst „Fuchs“. Nach ungefähr einem Jahr beidseitigen Kennenlernens wird man „Bursch“, ab diesem Zeitpunkt hat man alle Rechte und Pflichten, die sich aus dieser Mitgliedschaft ergeben. Nach dem Ende der Ausbildung (oft parallel mit der Gründung einer Familie) und dem Eintritt ins Berufsleben wird man „Alter Herr“. Ein Alter Herr muss nicht mehr in dem Maße wie ein Bursch Veranstaltungen organisieren („aktiv“ sein), soll aber möglichst rege am Verbindungsleben teilnehmen.

Das Miteinander und die demokratische Struktur sind in der Geschäftsordnung geregelt. Die Verhaltensrichtlinien für das Zusammenleben im allgemeinen und die Veranstaltungen im besonderen sind, basierend auf alten studentischen Bräuchen, im Comment geregelt.

Das Verbindungsleben

Unter der Leitung des Seniors erstellen die jeweiligen Chargen das Programm für das kommende Semester. Das Programm soll im allgemeinen eine Mischung aus geselligem Beisammensein (Kneipen und Kommerse, diverse andere Veranstaltungen), wissenschaftliche „Vorträge“ (über verschiedenste Themen) und Konventen (demokratisch strukturierte, entscheidungstragende Versammlungen) sein. Speziell bei den Konventen lernt der junge Bursch, seine Argumentations- und Diskussionsfähigkeit zu verfeinern. Durch das Aufeinanderprallen verschiedenster Meinungen, oft auch der von jüngeren und älteren Verbindungsmitgliedern, wird die Fähigkeit geschärft, innerhalb von demokratischen Strukturen Diskussionen zu führen. Die Verbindungsmitglieder bezeichnen einander als „Bundesbruder“. Es gilt zwischen den Bundesbrüdern das Du-Wort. Als äußeres Zeichen der Verbindungszugehörigkeit werden Band (um die Brust geschlungen) und Mütze (Kopfbedeckung) getragen. Das Verbindungsheim, die sogenannte Bude, befindet sich in der Nähe des Bahnhofes von Klausenburg.

Verbindungssprache ist Deutsch. Dies aufgrund der Tatsache, dass alle jungen Mitglieder den deutschen Zweig des George-Coşbuc-Lyceums besuchen, die österreichischen Audacen (13 Personen, Stand per Juli 05) nicht Rumänisch sprechen und der Aufbau der Verbindung in Klausenburg ohne intensive Besprechungen mit österreichischen Bundesbrüdern nicht möglich wäre.

Des weiteren sollen die rumänischen Verbindungsmitglieder stark in das couleurstudentische Leben in Mitteleuropa eingebunden sein.

Das Couleurstudententum in Europa

Unsere Bräuche und Lebensart haben eine jahrhundertealte Tradition. Couleurstudenten haben immer, ohne Rücksicht auf eventuelle persönliche Nachteile, für ihre Überzeugung gekämpft. Zuletzt waren Couleurverbindungen während des Zweiten Weltkrieges verboten, im Untergrund agierten sie jedoch weiter. Couleurverbindungen gibt es in vielen Ländern. Besonders in Deutschland (ca. 100.000 Mitglieder), Österreich (40.000 Mitglieder) und der Schweiz, aber auch in Belgien, England, Polen, Holland, Tschechien und im Baltikum. Auch Papst Benedikt XVI. ist Couleurstudent. Da die Audacia als Tochterverbindung der KöStV Borussia Wien enge Verbindungen besonders zu Österreich unterhält, wo unter anderem der ehemalige Außenminister Dr. Alois Mock seit seiner Studienzeit korporiert ist, gibt es hier regen Austausch. Audacen fahren immer wieder zu diversen Veranstaltungen (z. B. zum Pennälertag, einer Art Vollversammlung aller österreichischen Mittelschulverbindungen) und Schulungen (z. B. zur Kartellführungsschule, einen zentralen, gesamtösterreichischen Schulung für couleurstudentisches Verhalten) nach Österreich. Dabei haben sich schon viele Freundschaften entwickelt. Die Audacia ist mittlerweile sehr bekannt, besonders in Österreich. Europaweit arbeiten alle Verbindung im EKV (Europäischer Kartellverband) zusammen. Der Antrag der Audacia um Aufnahme in den EKV wurde im Mai 2005 gestellt und im September 2005 vorläufig genehmigt.
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