AUDACIA NAPOCENSIS ZU KLAUSENBURG



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15. März 2003 nach Christus: im Zentrum Siebenbürgens gründet die K.ö.St.V. BORUSSIA Wien die Christliche Studentenverbindung AUDACIA NAPOCENSIS.

Klausenburg, Schul- und Universitätsstadt im Zentrum Siebenbürgens. Kreishauptstadt mit rund 350.000 Einwohnern und rund 35.000 Studenten. Am Colegiul Naţional George Coşbuc (George Coşbuc: Rumänischer Dichter, 1866-1918) wurde obgenannte Verbindung gegründet. Die Besonderheit dieses Gymnasiums (im rumänischem Sprachgebrauch: Lyceum) ist, dass dieses durchgehend neben der landeseigenen Muttersprache auch als Unterrichtssprache "Deutsch" aufweist. Das heißt: alle Unterrichtsgegenstnde - mit Ausnahme von Turnen und Zeichnen/Kunsterziehung - werden in "deutsch" abgehalten. Das rumänische Schulsystem ist dem französischem nachempfunden und weist als Leistungsbeurteilung eine 10- stufige Notenskala auf. (10 ist die beste; 1 die schlechteste Leistungsbeurteilung) sowie 12 Schulstufen. Die zukünftigen "Spefüchse" der Audacia besuchen also die 9.- 12. Schulstufe. Das entspricht in unserem Schulsystem den fünften bis achten Oberstufenklassen. Includiert in dieser Schule ist auch die Grundschule, in der ebenfalls "Deutsch" als Unterrichtssprache angeboten wird. Vor dem beabsichtigten Aufstieg/Bertritt ins Gymnasium müssen sich die Schüler einem Sprachtest unterziehen, der darüber Aufschluß geben soll, in welchem Ausmaß die jungen, angehenden Gymnasiasten diese von ihnen frei gewählte Unterrichtssprache beherrschen. Somit werden am George Coşbuc-Lyceum rund 1500 Schüler betreut.

            Innenhof des Altbaus mit Büste des Dichters             Fb Prof. Mihai GRIGORAŞ v. Peregrin (links im Bild) im  Gespräch mit einer Professorin (Bildmitte)

Vom 12. bis 15. März bereisten also die Prof. Mag. Heinrich KOLUSSI v. Dr. Tacitus und Günther JANTSCH v. Dr. Kolibri Siebenbürgen, um diese Initiative, die im Jahr 2002 begonnen hat, umzusetzen. Bereits zur WStV-Schulung 2002 konnten fünf junge Farbenbrüder im Sinne unseres Couleurwesens erzogen und unterwiesen werden. Im heurigen Jahr der WStV-Schulung waren wieder zwei Audacen Gäste des Wiener Stadtverbandes. Mit welchem Enthusiasmus diese jungen Studenten ihrer neuen Verbindung zugetan sind, lässt sich schon an der Tatsache ermessen, dass die Anreise nach und von Wien nach Klausenburg mehr als strapaziöse und nicht unter 14 Stunden zu machen ist. Die Formalitäten, die zur Ausreise aus Rumänien für minderjährige Jugendliche, die ohne Eltern oder einer erwachsenen Begleitperson reisen, (für uns) unverständlich kompliziert sind. Dazu bedarf es zunächst einem Einverständnis der Schulverwaltung, eine notariell beglaubigte Einverständniserklärung der Eltern, einer offiziellen Einladung der Verbindung aus der der Zweck der Reise hervorgehen muß mit notariell beglaubigter Übersetzung in die rumänische Amtsprache, sowie einer eigenen "Reisekrankenversicherung" genau abgestimmt auf die Dauer des "Auslandsaufenthaltes". Soweit so gut. In Klausenburg angekommen wurden die notwendigen Kontakte zur Schulbehörde, den Eltern der Farbenbrüder sowie zu weiteren wichtigen Persönlichkeiten hergestellt. In vielen Einzelgesprächen wurde über Sinn, Zweck und Notwendigkeit der Gründung gesprochen. Bei allen Gesprächspartnern war großes Verständnis und große Unterstützungsbereitschaft vorhanden. Mit diesem "moralischem Rüstzeug" ausgestattet war es ein leichtes die neuen Farbenbrüder für ihre neuen Aufgaben an ihrer Schule vorzubereiten.

Gespräch mit den beiden Direktoren des George Coşbuc-Lyceums (im Bild: zwischen G.Jantsch  u. Prof. Kolussi) Prof. Kolussi im Gespräch mit Prof. Gherman von li. nach re.: angehende Farbenbrüder der (Akademie der rumänischen Bibliothek) Audacia Napocensis (Teilansicht)


Zweifelloser Höhepunkt: Der Gründungs-BC und die Gründungskneipe im Deutschen Forum in Klausenburg. Neun Audacen unter der Conventsleitung des Altphilisterseniors der K.ö.St.V. BORUSSIA, Prof. Kolussi v. Dr. Tacitus fassten die notwendigen Beschlüsse: die AUDACIA wird als "christliche Korporation" geführt, steht auf dem Boden der Demokratie und fühlt sich den Prinzipien, denen auch wir die Treue geschworen haben verpflichtet. Ihre Farben sind : GOLD-HELLBLAU-WEISS. Ebenso wurde der prinzipielle Beschluß gefasst zu gegebener Zeit den Antrag auf Mitgliedschaft im EKV als "freie Kurienverbindung" einzubringen mit der Absicht Mitglied des Europäischen Kartellverbandes zu werden. Damit ist auch ein weiterer Meilenstein in der couleurstudentischen, völkerverbindenden Idee der farbentragenden christlichen Studentenkorporationen gesetzt. Als Burschenstrophe wurde beschlossen: "Der Audacen kühne Farben, wehen über Klausenburg! Und die Farben, die wir tragen, geben unser Wollen kund!, Gold als Zeichen tiefen Glaubens, Blau die Treu zu Volk und Land; Weiß das Zeichen reiner Ehre; im so schönen Heimatland! Die anschließende Gründungskneipe wurde vom Kartellphilistersenior geschlagen. Den Burscheneid leisteten folgende Farbenbrder: Traian Almăşan v. Machiavelli, Mircea-Dan Fizeşanu v. Thor; Mihai-Tudor Grigoraş v. Peregrin; Dan Paunescu v. Odin; Achim-Octavian Popa v. Haiduck; Dorin Popescu v. Zwier; Liviu Precup v. Antonius; Ioan-Liviu Raşa v. Eneas sowie die als Vertreter der Mutterverbindung anwesenden Borussen.

Bild von links (stehend): Fb Machiavelli, Odin; Thor, Kb Dr.Tacitus,  Fb Peregrin, Haiduck  nach  (knieend):  Zwier, Antonius, Eneas; Fotograf: Kb Kolibri (nicht im Bild)


In der Zeit vom 29. August bis 7. September 2003 findet die große Siebenbrgenreise von Kb/Bb Raimund Lang v. Dr. Giselher, BOW, ILH statt. Im Rahmen dieser Studienreise wird der offizielle Promulgationskommers am 5. September in Klausenburg geschlagen. Rezeptionen dürfen erwartet werden.

KLAUSENBURGER IMPRESSIONEN:

Klausenburg ist eine sehr charmante Stadt. Das Flair der Monarchie ist durchaus spürbar, geht man durch die vielen Innenhöfe der Stadt. Es ist eine Stadt der Jugend. Viele kleine und größere Kaffeehuser laden zum Verweilen ein. Im Zentrum steht die alles überragende St. Michaelskirche mit dem Reiterstandbild von Mathias Corvinius und umfangreichen römischen Ausgrabungen davor. Den Platz um die Kirche prägen alte Patrizierhäuser. Das Bundesdenkmalamt hätte da so seine reine Freude ganze Häuserzeilen unter Ensembleschutz zu stellen. Der soziale Wohnbau am Rande der Stadt entspricht in seiner Architektur der dem Kommunismus: Betonplattenbauten, nahezu alle mit Balkon. Klausenburg ist von einer Hügellandschaft umgeben, (den Auslufern des Karpatenbogens), auf denen Wein angebaut wird.



DAS WAPPEN VON SIEBENBRGEN:

In einem durch eine rote Binde quergeteilten Schild- oberhalb in blau einen halben schwarzen Adler, begleitet von Sonne und Mond- unten in gold sieben rote Burgen. Die Bestandteile dieses Wappens bilden zugleich die Siegel und Wappen der drei "Nationen" Den Ungarn ist der Adler zugeordnet, den Szeklern Sonne und Mond und den Sachsen die sieben Burgen. Nationen im engeren Sinn sind des Wortes sind die demokratisch und ethnisch einheitlichen Szekeler und Sachsen. Die Ungarn, (der ungarische Adel) beherrschten den Großteil des Landes die sogenannten "Kommitate". Das Wappen trat zum ersten mal 1590 auf. (Fürstenzeit Siebenbrgens). Es wurde als Landeswappen von Kaiserin Maria-Theresia durch ein Diplom 1765 bei der Erhebung des Fürstentums zum Großfürstentum festgelegt.

Wappen von Siebenbürgen                         Wappen von Klausenburg


AUDACIA-NAPOCENSIS Die junge Saat wird wachsen, blühen und gedeihen. Davon konnten wir uns schon deshalb ein hoffnungsvolles Bild machen, weil auch die Eltern der Audacen am vorgesehenen "Elterninformationsabend" nicht nur der Einladung Folge geleistet haben, sondern auch mit ihren Fragen und Debattenbeiträgen keinen Zweifel über ihre Zustimmung zu dieser Initiative gegeben haben. An Hand des Videobandes vom Pennälertag in Linz 2002 wurde die Bandbreite und Bedeutung des MKV dokumentiert.

Vivat, crescat, floreat - ad multos annos           Günther Jantsch v. Dr. Kolibri
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