<html> <head> <style type="text/css"> <!-- h5 { text-align: justify; } #titlu { font: Times New Roman; color: #333333; font-size: 36px; text-align: center; } .text1 { font-family: Geneva, Arial, Helvetica, sans-serif; color: #4e4e4e; font-size: 14px; font-align: justify; } a.page:link { text-decoration: none; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 11px; color: #000000; } a.page:visited { text-decoration: none; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 11px; color: #000000; } a.page:hover { text-decoration: underline; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 11px; color: #990000; } a.one:link { text-decoration: none; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 14px; color: #cc3300; } a.one:visited { text-decoration: none; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 14px; color: #cc3300; } a.one:hover { text-decoration: none; font-family: Verdana, Arial; font-weight: bold; font-size: 14px; color: #ff6600; } body { background-image: url(http://www.audacianapocensis.ro/page.jpg); background-repeat: repeat-y; background-position:center; margin-top: 0px; margin-left: 0px; margin-right: 0px; margin-bottom: 0px; } --> </style> <title>Prinzip Religio-Audacia Napocensis zu Klausenburg</title> </head> <body bgcolor="#ffffff"> <center> <TABLE BORDER="0" CELLSPACING="0" CELLPADDING="2" WIDTH=683> <TR> <td align="center" valign="top"> <h4 id="titlu"><a href="http://www.audacianapocensis.ro" target="_blank"><img src="http://www.audacianapocensis.ro/Schild.jpg" width="27" height="32" border="0" align="left"></a>Das Prinzip  Religio </h4> <br> <center> <a class="page" href="#top">Anfang</a> | <a class="page" href="#middle">Mitte</a> | <a class="page" href="#bottom">Ende</a> </center> <br> <h5 class="text1"> <a name="top"></a> &nbsp <i>CHRISTOPH KONRATH (AIS) <br> &nbsp P. GABRIEL REITERER OSB (GOS) <br> <br> &nbsp Wenn wir uns als MKV-Verbindung bezeichnen, so sind wir nicht bloß irgendeine gesellige Runde oder eine studentische Verbindung, wie es viele gibt, sondern bekennen uns voll zu unseren vier Prinzipien, als deren wichtigstes Religio gilt. Sie schließt die Freundschaft und Gemeinschaft untereinander, die Offenheit und Nächstenliebe gegenüber unseren Mitmenschen und die Liebe Gottes ein. Aus ihr ergibt sich unser Bildungsauftrag und unser Auftrag für unseren Staat. Aus ihr heraus sollen wir als mündige Christen unsere Welt mitgestalten. <br> <br> &nbsp Nur allzuoft passiert es uns aber, daß wir Glaubenserfahrung und Wissen über den Glauben in unseren Verbindungen ganz einfach als gegeben voraussetzen und uns gar nicht mehr weiter damit beschäftigen. Abgesehen davon, daß wir vielleicht hin und wieder die hl. Messe in Couleur besuchen tut sich meist nur wenig. Vielzuoft fehlt es uns außerdem am Mut, gemeinsam über unseren Glauben zu sprechen, so manchen mag der Gedanke daran sogar lächerlich erscheinen, und er zieht es vor, auf der Bude lieber über Allerweltsdinge zu debattieren, die hoffentlich nicht zu tief unter die Haut gehen. Sollte es aber in einer katholischen Verbindung nicht ein wenig anders aussehen? - Anliegen dieses Artikels ist, Grundlagen wieder ein wenig aufzufrischen und die Bedeutung des Prinzips religio für den MKV als Laienverband darzustellen. Nicht zuletzt soll er aber als Anregung dienen, in der Verbindung und im eigenen Leben am Prinzip religio weiterzuarbeiten, mehr zu erfahren und mehr zu tun. </i> <br> <br> <big>&nbsp Was glauben wir eigentlich?</big> <br> <br> &nbsp Wenn wir heute in eine Buchhandlung gehen, so finden wir unter den Bestsellern oft Bücher, die sich mit esoterischen Themen beschäftigen, die meinen, Antworten auf komplexe Fragen einfach und schnell geben zu können. Diese Bücher sind ebenso wie andere Produkte des esoterisch-spirituellen Supermarkts heute sehr gefragt. Und Sozialforscher, die sich mit dieser Problematik beschäftigt haben, gehen davon aus, daß wir heute in einer sehr religiösen Zeit leben, die es uns ermöglicht religiöse Sehnsüchte mit Geld befriedigen zu können. Jeder ist angehalten, sich seinen eigenen persönlichen Glauben zusammenzubasteln, sei er jetzt an Sternen, Naturphänomenen oder ganz einfach am materiellen Konsum und Erleben ausgerichtet. Die traditionellen Religionsgemeinschaften tun sich bei dieser Entwicklung recht schwer. Insbesondere unsere katholische Kirche wird von vielen nur mehr als Institution (wie z. B. eine politische Partei) aufgefaßt, der man wenig Glaubwürdigkeit zutraut. Für die Öffentlichkeit sind dabei gerade noch interne Streitereien, Personaldiskussionen, Vorwürfe an die Geschichte der Kirche und ihren organisatorischen Aufbau relevant. Auch für Dich? <br> <br> <big>&nbsp Die Frohbotschaft</big> <br> <br> &nbsp Was steht nun hinter der Kirche, was glauben wir, was heißt es zu glauben? - Die Frohe Botschaft, die uns Jesus Christus verkündet hat, ist die unermeßliche Liebe Gottes. In unserem Glauben geht es darum, ganz und gar Gott zu vertrauen, ihm zu glauben. Nicht Gebote und Verbote sind die Hauptsache, sondern ein Du, ein Gegenüber. Der Glaube ist daher vor allem eine persönliche Antwort auf die Frohbotschaft. <br> <br> &nbsp Gott hat sich uns gezeigt, hat sich uns durch sein Wort und seine Taten offenbart. Indem Gott in Jesus Christus Mensch geworden ist und die Menschen vom Tod erlöst hat, hat er sich ganz offenbart. Diese Offenbarung hat aber nicht erst mit Christi Geburt eingesetzt, sondern beginnt mit der Schöpfung, über Noah und Abraham, den Stammvater des auserwählten Volkes Israel, zu Mose und der Befreiung aus Ägypten, den Bund den Gott mit den Israeliten geschlossen hat, das Gesetz, das er ihnen offenbart hat, bis zu den Propheten. Deshalb sind auch wir mit dem auserwählten Volk Israel, das Jahwe als den Allmächtigen erfahren hat, verbunden. Wir Christen glauben, daß Gott in Jesus Christus, seinem Sohn, Mensch geworden ist. Jesus ist aber nicht nur einfach ein Mensch, der vielleicht besonders auserkoren wäre, sondern er ist wirklich ganz Gott und Mensch. Gott ist uns in ihm in allem gleich geworden, außer in der Sünde. Diese Menschwerdung drückt sich auch in der jungfräulichen Geburt Jesus durch Maria aus. Vielen fällt es immer wieder schwer, sich mit dieser Tatsache anzufreunden, bzw. die große Marienverehrung vieler Mitchristen zu verstehen. Wenngleich auch manches wirklich übertrieben ist, so sollten wir uns doch das Beispiel Mariens, die sich für Gott bereit gemacht hat, zu Herzen nehmen. Vor allem auch dann, wenn man sich Maria nicht bloß in ihrer verklärten Form vorstellt, sondern als das junge Mädchen, daß vor einer großen Aufgabe stand. <br> <br> &nbsp Jesus hat in seinen Predigten und Gleichnissen die Menschen zur Umkehr aufgerufen, vor allem aber hat er uns die Liebe Gottes geoffenbart - eine Liebe, die sich auch unter den Menschen fortsetzen soll, die bis zur Feindesliebe geht. Diese Liebe darf niemanden ausschließen - Jesus hat uns das gezeigt, in dem er sich vor allem jenen zugewandt hat, die am Rand der Gesellschaft standen oder von der Gesellschaft ausgeschlossen waren. Sind auch wir bereit, so weit zu gehen, sind auch wir bereit so weit zu lieben und zu verzeihen? <br> <br> <big>&nbsp Der neue Bund</big> <br> <br> &nbsp Beim letzten Abendmahl hat Jesus die freie Hingabe seines Lebens zum Heil der Menschen vorweggenommen. Dort hat er mit uns den Neuen Bund geschlossen. Gleichzeitig fordert uns auf die Eucharistie, die er damit einsetzte, zum Gedächtnis daran bis zu seiner Wiederkunft zu feiern. Wenn wir Eucharistie feiern, wird Jesus somit in unserer Mitte gegenwärtig. Als Jesus verurteilt wurde und am Kreuz starb, ist er für unsere Sünden gestorben und hat sich zu unserem Heil dargebracht. Durch seinen Tod am Kreuz hat er den Tod besiegt und uns Menschen den Zugang zur Erlösung geschenkt. Jesus ist am dritten Tag von den Toten auferstanden. Er hat uns verheißen:  Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. (Joh 11,25 f). Der Tod ist somit nicht mehr sinnloses und unwiderrufliches Ende, sondern neuer Anfang. Nach der Himmelfahrt Jesu ist seinen Jüngern und Nachfolgern der hl. Geist gleichsam als Beistand gesandt worden. Ebenso wie wir an Gott-Vater und Gott-Sohn glauben, so glauben wir auch an Gott-Heiliger Geist. Gott ist für uns ein dreieiniger Gott - ein Glaubensinhalt, der rational nur schwer faßbar und vorstellbar ist, vielleicht ist das aber gerade einer jener Punkte, wo es darauf ankommt, sich ganz darauf einzulassen, daran zu glauben, ein Geheimnis unseres Glaubens darin zu sehen. <br> <br> &nbsp Jesus Christus hat uns angekündigt, daß er am Ende der Zeit in Herrlichkeit als Richter der Erde zurückkehren wird. Das Evangelium sagt uns dafür aber nicht:  ... wir kommen alle alle in den Himmel, weil wir so brav sind, dumdididum... , sondern mahnt uns zur Umkehr, zum Glauben an das Evangelium und dazu, daß wir zu Gott Ja sagen. <br> <br> &nbsp Was hier nun kurz zusammengestellt wurde, ist nur eine kleine Zusammenfassung, die zu einem weiteren Nachdenken und Weiterdiskutieren animieren soll. Unser Glaube sollte keinesfalls aufgezwungen und auswendig gelernt sein und nach außen beeindruckend wirken. Der Glaube muß erfahren werden, muß auch immer wieder von neuem hinterfragbar sein. Es ist bisher oft angeführt worden, daß Glauben vor allem ein  Sich-auf-etwas-einlassen bedeutet. Haben wir das nicht schon vielfach verlernt? Ist vieles nicht zu sehr kopflastig geworden? Gerade die Gemeinschaft in der Verbindung kann die Möglichkeit bieten, den Glauben vielleicht auch einmal von einer anderen Seite kennenzulernen. Im gemeinsamen Gespräch und Gebet, im Hintersichlassen der Alltagswelt - wir müssen nur einmal den Mut dazu haben! <br> <br> <big>&nbsp Die Kirche</big> <br> <br> &nbsp An den Beginn dieses Abschnittes sei ein Text aus der dogmatischen Konstitution über die Kirche "Lumen Gentium" gestellt: <br> <br> <i> &nbsp Alle Erwählten aber hat der Vater vor aller Zeit "vorhergekannt und vorherbestimmt, gleichförmig zu werden dem Bild seines Sohnes, auf dass dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern" <a name="[11]"></a> <sup><a class="one" href="#[1]">[1]</a></sup>. Die aber an Christus glauben, beschloss er in der heiligen Kirche zusammenzurufen.<a name="[22]"></a> <sup><a class="one" href="#[2]">[2]</a></sup></i> <br> <br> &nbsp Im weiteren Text heißt es dann unter anderem: <br> <br> &nbsp <i>Das Geheimnis der Kirche wird in ihrer Gründung offenbar. Denn der Herr Jesus machte den Anfang seiner Kirche, indem er frohe Botschaft verkündigte, die Ankunft nämlich des Reiches Gottes, das von alters her in den Schriften verheißen war: "Erfüllt ist die Zeit, und genaht hat sich das Reich Gottes" <a name="[33]"></a> <sup><a class="one" href="#[3]">[3]</a></sup>. Dieses Reich aber leuchtet im Wort und Werk und in der Gegenwart Christi im Menschen auf.<a name="[44]"></a> <sup><a class="one" href="#[4]">[4]</a></sup></i> <br> <br> &nbsp Aus diesen beiden Aussagen geht eindeutig hervor, daß Kirche nicht einfach nur die weltliche Institution Kirche sein kann, sondern in erster Linie, die Gemeinschaft der Gläubigen. Da jede Organisation, somit auch die Kirche, eine Struktur braucht, steht dahinter auch eine weltliche Struktur, die sicher mit allen Schwächen menschlicher Organisationen behaftet ist. Aus diesem Grund gibt es auch unterschiedliche Strukturen. Die römisch-katholische Kirche besitzt einen zentralistisch - föderalistischen Aufbau. Das zeigt sich vor allem im Aufbau der Hierarchie. <br> <br> <a name="middle"></a> <center> <img src="image002.gif"> </center> <br> <br> &nbsp Aus diesem Diagramm kann man schon die Problematik erkennen, die sich aus dieser Struktur ergibt. Es ist die gesamte Struktur auf den Papst als Oberhaupt ausgerichtet. Er selbst überwacht mit Hilfe der Kurie <a name="[55]"></a> <sup><a class="one" href="#[5]">[5]</a></sup>, die einzelnen Ortskirchen. Grundsätzlich ist vieles hier rein strukturell geregelt. Die Details in der Struktur sind sehr kompliziert und oft nicht einfach zu verstehen. Aus dem Diagramm soll kurz die Organisationsstruktur sichtbar werden. <br> <br> &nbsp In einem zweiten Teil soll nun kurz die sakramentale Struktur der Kirche dargestellt werden. Es soll dies hier an einem kleinen Bild erläutert und dargestellt werden. <br> <br> <center> <img src="image004.gif"> </center> <br> <br> &nbsp Aus dieser Art der Darstellung ist auch verständlich, daß die Kirche selbst als das Sakrament angesehen werden muß. Sie selbst gründet, wie schon einleitend gesagt wurde in Christus selbst, der die Wurzel und die Quelle aller Sakramente ist. Er bildet auch gleichzeitig, die Grundlage unserer Kirche. Aus ihm heraus ist es erst möglich ein Christsein zu verwirklichen und zu leben. Eine Aussage, die man hier sehr deutlich widerlegt sieht -  Jesus ja, Kirche nein! - wird schon allein aus diesem Bild sichtbar. Gleichzeitig ist auch erkennbar, daß die Kirche selbst Vermittler der Sakramente ist. Sie stellt somit auch den Übergang zwischen und Verbindung zu Jesus Christus dar. Die Sakramente selbst bilden eine wichtigen Schnittstelle zwischen Gott und den Menschen. Sie sind auf der einen Seite eine Möglichkeit mit Gott in Verbindung zu treten und so seine Liebe zu erfahren.<a name="[66]"></a> <sup><a class="one" href="#[6]">[6]</a></sup> Auf der anderen Seite soll auch unser Leben unter den Schutz Gottes gestellt werden.<a name="[77]"></a> <sup><a class="one" href="#[7]">[7]</a></sup> Wenn man die sieben Sakramente betrachtet, ist erkennbar, daß sie an bestimmten Stellen im Leben stehen oder eine Stärkung und Hilfe in verschiedenen Situationen gewähren. Die Charakteristika der Sakramente ist die wirkliche Gegenwart Gottes und seine Hilfe. <br> <br> <big>&nbsp Die Ökumene</big> <br> <br> &nbsp Die Kirchen sind heute in verschiedene Konfessionen gespalten. Dabei kann man zwei Gruppen Unterscheiden: <br> <br> &nbsp a) Katholische Kirchen und Orientalische Kirchen <br> <br> &nbsp b) Kirchen der Reformation und die Anglikanische Kirche <br> <br> &nbsp Diese Kirche unterscheiden sich in verschiedenster Form von einander. Die katholischen Kirchen <a name="[88]"></a> <sup><a class="one" href="#[8]">[8]</a></sup> sind geprägt vom Papst, der an der Spitze dieser Kirche steht. Sie unterscheidet sich in diesem Punkt von allen anderen Kirchen. Mit den orthodoxen Kirchen zusammen unterscheidet sich die katholische Kirche von den Kirchen der Reformation und der Anglikanischen Kirche außerdem durch die Sakramente und das Verständnis der beiden Hauptsakramente, der Taufe und der Eucharistie. Diese beiden Sakramente gelten in allen Kirchen als Sakrament. Die wirkliche dauernde Gegenwart des Herrn in der Eucharistie wird nur von der katholischen und den orthodoxen Kirchen gelehrt. In den übrigen Kirchen vor allem der Reformation ist die dauernde Gegenwart nicht in der Lehre über die Eucharistie enthalten. <br> <br> &nbsp In der Ökumenischen Bewegung macht vor allem das Papstamt ein Problem. Es bilden hier vor allem der Primat und die Unfehlbarkeit des Papstes die Hauptschwierigkeiten. In vielen Fragen ist man sich schon deutlich näher gekommen, aber in diesen beiden Punkten gibt es große Schwierigkeiten. <br> <br> <big>&nbsp Der MKV als Laienorganisation</big> <br> <br> &nbsp Jesus hat einmal gesagt, daß es nur einen Weg seiner Nachfolge gäbe. Unsere Kirche setzt sich daher nicht aus zwei Klassen - Klerikern und Laien - zusammen, sondern wir alle formen die Kirche, wir alle sind lebendiger Leib Christi, wir alle sind zur Nachfolge und zur Mitarbeit aufgerufen. Gerade angesichts eines zunehmenden Priestermangels und einer Infragestellung kirchlicher Organisation sind wir gefragt, aktiv Zeugnis für unseren Glauben abzulegen und mit Lebensbeispiel voranzugehen. Gerade im Bereich des Laienengagements gibt es in der katholischen Kirche eine große Vielfalt und Buntheit - hier zeigt sich, daß Kirche nicht ein großer zentralistischer Block, sondern Gemeinschaft von Gemeinschaften ist. <br> <br> &nbsp Der MKV ist Mitglied in der  Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände Österreichs (AKV), deren Mitgliedsorganisationen 1 Million Österreicher repräsentieren. Im Unterschied zur Katholischen Aktion (z. B.: KJ, KMB, KFB) agieren die Verbände der AKV vollkommen autonom und unterstehen nicht direkt der kirchlichen Amtsgewalt. Andere Mitglieder der AKV sind zum Beispiel der ÖCV, der KV, der Verband Christlicher Lehrer (VCL), das Kolpingwerk oder auch die Turn- und Sportunion. Gerade die katholischen Verbände haben es sich zur Aufgabe gemacht auf Basis des Glaubens in der Gesellschaft zu wirken. Grundlage für ihr Engagement bildet dabei vor allem die katholische Soziallehre: <br> <br> <big>&nbsp Grundzüge der Christlichen Soziallehre</big> <br> <br> &nbsp Als Antwort auf die vielen sozialen Probleme, die im vergangenen Jahrhundert mit der Industrialisierung entstanden, hat sich die Christliche Soziallehre entwickelt. Sie entstand aus dem Dialog zwischen Kirche und Welt und wird immer weiter ausgebaut. Die Christliche Soziallehre vermittelt an sich keine Glaubensinhalte, sondern gründet sich ausschließlich in der natürlichen Erkenntnisfähigkeit des Menschen. Sie stellt somit ein philosophisches System dar, das sich an alle Menschen richtet. Grundlagen bilden die hl. Schrift, insbesondere die christliche Nächstenliebe, und Erkenntnisse der Sozialethik. Die Christliche Soziallehre will kein fertiges Produkt vermitteln, sondern vielmehr Leitlinien für eine Problemlösung zur Verfügung stellen. <br> <br> &nbsp Im Mittelpunkt steht die menschliche Person. Jeder Mensch ist unverwechselbar einzigartig, unwiederholbar, individuell und gleichwertig. Der Sinn des menschlichen Lebens ist die freie Entfaltung des einzelnen, wobei aber jeder Mensch für sich selbst und sein Handeln voll verantwortlich ist (= Individualnatur). Der Mensch entwickelt sich aber nicht alleine, sondern er ist in eine Gemeinschaft eingebettet, für die er im Sinne der christlichen Nächstenliebe Verantwortung trägt (= Sozialnatur). Die christliche Soziallehre betont also die Gleichwertigkeit von Individual- und Sozialnatur während Liberalismus und Marxismus (siehe politische Parteien!) nur jeweils ein Prinzip betonen. <br> <br> &nbsp Daraus ergeben sich drei tragende Prinzipien der christlichen Soziallehre: <br> <br> &nbsp Personalität: Jeder Mensch ist Person, ist eigenverantwortliches Wesen. Der Mensch besitzt Rechte, Freiheit und somit auch Verantwortung. Diese Ausübung der persönlichen Freiheit muß aber so erfolgen, daß das Gemeinwohl nicht gestört wird. <br> <br> &nbsp Solidarität: Die christliche Solidarität hat ihre Wurzel in der Nächstenliebe. Sie fordert, daß jeder für den anderen verantwortlich ist, damit es ihm möglich wird, seine Freiheit auszuleben und gilt daher ohne Unterschied gegenüber allen Menschen. In ihrem Sinne ist auch die Ursache, warum ein Mensch in Not geraten ist und der Hilfe durch die Gemeinschaft bedarf, nebensächlich. <br> <br> &nbsp Subsidiarität: Sie ist schließlich das Organisationsprinzip der christlichen Soziallehren. Was der einzelne aus eigener Initiative und eigener Kraft leisten kann, soll ihm nicht entzogen und einer höheren Organisationsform zugewiesen werden. Übersteigt eine Aufgabe allerdings die Leistungsfähigkeit des einzelnen, muß die nächst höhere Ebene Hilfestellung anbieten. Daraus ergibt sich auch, daß der Mensch nicht für die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft für den Menschen da ist. Auch der MKV ist nach diesem Prinzip aufgebaut. <br> <br> &nbsp Die christliche Soziallehre war zur Zeit ihrer Anfänge (1891) ein sehr fortschrittliches Konzept und hat bis heute nichts an Aktualität verloren, ja sie wird noch immer weiterentwickelt. Vor allem aber macht sie deutlich, wie wichtig der Kirche die wirklich brennenden Probleme unserer modernen Zeit sind, und daß die Kirche in der Lage ist, sehr gute Antworten darauf zu geben. <br> <br> <a name="bottom"></a> <big>&nbsp Glaube in unserer Verbindung</big> <br> <br> &nbsp Gerade auf Jugendliche macht die Kirche oft einen verkrampften und altmodischen, kurz einen uninteressanten Eindruck. Das hängt auch sehr oft mit persönlichen negativen Erfahrungen, Vorurteilen und Vorbehalten zusammen. Andererseits denkt aber ein jeder von uns immer wieder einmal über die Fragen nach dem Woher und dem Wohin nach, sucht einen Sinn in seinem Leben. Unser Glaube kann uns helfen, eine Antwort auf diese Fragen zu finden. Nur, wie können wir diesen Glauben erleb- und erfahrbar machen? <br> <br> &nbsp Viele von uns sind in die Verbindung gekommen, weil sie von der Freundschaft und der Gemeinschaft, die sie dort vorgefunden haben, begeistert waren. Die Verbindung bringt Farbe in den Alltag, schafft neue Räume und bietet neue Erfahrungen. Die Verbindung zwingt sich dem einzelnen nicht auf, sondern überläßt ihm Entscheidungsfreiheit. Die Verbindung soll aber ihre Mitglieder dazu ermutigen, die vier Prinzipien in der Gesellschaft zu leben, mit Lebensbeispiel in der Öffentlichkeit voranzutreten (und nicht auf der Bude zu versumpern und nicht schon als Schüler einer alten Burschenherrlichkeit wehmütig nachzutrauern). Dieser Freiraum, den die Verbindung bietet, schafft neue Möglichkeiten, die Freundschaft, die in der Verbindung gelebt wird, schafft Vertrauen. <br> <br> &nbsp In unseren Verbindungen muß ein lebendiger Glaube zu spüren sein. Dabei sollen wir aber keine todernsten Eremiten werden, die sich langsam aber sicher auf das bevorstehende Ende einstellen, sondern den Mut haben ein fröhliches und unbeschwertes Christsein vorzuleben, das im Leben steht und sich nicht hinter Klausurmauern verbirgt. Gerade für jene, die eigentlich nicht soviel mit der Kirche am Hut haben, die aber bereit sind, sich auf das Wagnis Verbindung einzulassen, kann die Gemeinschaft der Verbindung, in der das Prinzip religio gelebt wird, Ansporn sein, Kirche auch einmal von einem anderen Blickwinkel aus zu betrachten. <br> <br> &nbsp Unsere Möglichkeiten sollten sich aber nicht darauf beschränken, zum Stiftungsfest den obligatorischen Pflichtgottesdienst zu absolvieren und neben dem Kneippräsidium vielleicht ein Kruzifix aufzustellen, damit der Tisch hübsch dekoriert ist. Vielmehr kann man zum Beispiel einmal im vertrauten Rahmen der Bude eine Tischmesse mit dem Verbindungsseelsorger feiern, lockere und unverkrampfte Gespräche über den Glauben beginnen (nicht immer obligatorische 50-Minuten-Besinnungsabende vor Weihnachten mit anschließendem Glühweinumtrunk), gemeinsam ein Projekt oder eine Aktion starten, die es ermöglichen auch Taten zu setzen (z. B.: Besuch bei alten und kranken Bundesbrüdern, Besuch eines Alten- oder Behindertenheims, eine Hilfsaktion,....). Dabei sollten wir auch keineswegs die Scheu vor unkonventionellen Dingen haben. Um erfolgreich zu sein, bedarf es aber der Überzeugung und der Freude an der Sache, nicht der oberflächlichen Pflichtabsolvierung und Gewissensbefriedigung. <br> <br> &nbsp Viele kleine und einfache Schritte können auch gesetzt werden, wenn man ein wenig über den Tellerrand der Verbindung hinausblickt, wenn sich die Verbindung als Teil der Pfarrgemeinde fühlt und sich in diese auch einbringt. Sei es, in dem Verbindungsmitglieder Dienste in der Pfarre übernehmen, sei es, daß man gegenseitig Veranstaltungen besucht oder miteinander etwas plant und durchführt. <br> <br> <br> <hr width=400 color="#4e4e4e"> <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[11]">[1]</a> <a name="[1]"></a> Röm 8,29. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[22]">[2]</a> <a name="[2]"></a> Lumen Gentium 2. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[33]">[3]</a> <a name="[3]"></a> Mk 1,15; vgl. Mat 4,17. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[44]">[4]</a> <a name="[4]"></a> LG 5. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[55]">[5]</a> <a name="[5]"></a> Bildet eine Art Regierung, in den verschiedensten Bereichen der Kirche, von Glaubensfragen bis hinzu rein Organisatorischen Bereichen. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[66]">[6]</a> <a name="[6]"></a> Hier sind vor allem die Beichte und die Eucharistie zu nennen. <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[77]">[7]</a> <a name="[7]"></a> Hier sind mehrere Sakramente zu nennen: Taufe (Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen), Firmung (die Verheißung des Beistandes durch den Heiligen Geist), Ehe (Das Zusammenleben zweier Menschen und eine Familie wird unter den Beistand Gottes gestellt), Weihe (Ein Mann stellt sich ganz in den Dienst Gottes) und Krankensalbung (Heilung von Leiden und Stärkung). <br> <br> &nbsp <a class="one" href="#[88]">[8]</a> <a name="[8]"></a> Römisch-Katholisch; Griechisch-Katholisch und alle katholischen Orientalischen Konfessionen. <br> <br> </h5> <center> <a class="page" href="#top">Anfang</a> | <a class="page" href="#middle">Mitte</a> | <a class="page" href="#bottom">Ende</a> </center> </td> </tr> </table> </center> </body> </html>